Die Neue Rottweiler Zeitung berichtet

Zu einem Brand bei Hansgrohe in Schiltach sind die Rettungskräfte am Montagnachmittag ausgerückt. Acht Mitarbeiter sind bei Löschversuchen verletzt worden. Dann eine Alarmstufenerhöhung: Es war der Austritt eines Gefahrstoffes vermutet worden, der Verdacht lautete auf Schwefelsäure. Das führte zu einem Großeinsatz.

Ursprünglicher Bericht der NRWZ:

Zunächst schien der Einsatz wie einer der vielen Brandmelderalarme auszusehen, wie sie etwa bei Metall verarbeitenden Betrieben immer wieder entstehen. Routine. Doch es war diesmal tatsächlich ein Brand, der in der Galvanik des Armaturenherstellers ausgebrochen ist. Mitarbeiter des Betriebs löschten das Feuer und verletzten sich dabei.

Seitens der Feuerwehr ist in einer ersten Lagemeldung von sieben Verletzten die Rede. Sie würden vom Rettungsdienst versorgt. Eine Bestätigung liegt noch nicht vor. Über die Schwere der Verletzungen ist nichts bekannt.

Dann wurde die Lage zum Großeinsatz: Weil möglicherweise Gefahrstoffe ausgetreten sind, sind massiv Feuerwehrkräfte aus der Umgebung hinzugezogen worden. Darunter, so ein Feuerwehrsprecher, etwa Messfahrzeuge. Nach ersten Vermutungen geht man von austretender Schwefelsäure aus. Dies ist ebenfalls noch unbestätigt. Seitens der Feuerwehr soll hier bald ein Update erfolgen.

Die Polizei war übrigens während des anlaufenden Großeinsatzes der Feuerwehr nicht über die Lage informiert. Auf Nachfrage der NRWZ konnte weder ein Sprecher des Präsidiums Konstanz, noch ein Beamter des Polizeireviers Schramberg Auskunft über den mutmaßlichen Betriebsunfall bei Hansgrohe geben.

Update 16.15 Uhr:

Das DRK spricht inzwischen von acht verletzten Personen und bestätigt den Verdacht des Schwefelgasaustritts. Alle Betroffenen seien vor Ort vom Rettungsdienst überprüft worden. Zwei kamen daraufhin in ein Krankenhaus. Seitens des DRKs sind zwei Rettungswagen, ein Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst im Einsatz.

Update 17.40 Uhr:

Hansgrohe hat eine offizielle Mitteilung herausgegeben. Darin wird bestätigt, dass es am Nachmittag im Hansgrohe-Werk West zu einem Brand gekommen ist. Das Feuer habe zwar sofort von Mitarbeitenden des Unternehmens wieder gelöscht werden können, „dennoch wurde parallel ein Großaufgebot der Feuerwehr und Rettungskräften alarmiert, da sich der Brandherd in der Galvanik befand“, so der Unternehmenssprecher.

Es habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Anwohner bestanden, erklärt der Unternehmenssprecher weiter. Auch die Belegschaft des Werkes sei sofort evakuiert und das komplette Gebäude geräumt worden. Alle Brandschutzmaßnahmen wie die Abschottung der angrenzenden Produktionsbereiche hätten einwandfrei funktioniert. „Von den sieben brandbekämpfenden Hansgrohe-Mitarbeitenden sind alle wohlauf. Sie wurden alle ärztlich untersucht und zwei von ihnen sind für weitere Nachuntersuchungen vorsorglich in ein Krankenhaus gefahren worden“, so der Sprecher von Hansgrohe. Nach Angaben des DRKs sind acht Personen untersucht worden (siehe unten).

Die Feuerwehr habe nach intensiver Prüfung das Gebäude inzwischen wieder freigegeben.

Angaben zum möglicherweise ausgetretenen Stoff machte der Unternehmenssprecher nicht. Feuerwehrsprecher Sven Haberer bestätigt auf Nachfrage, dass vor Ort keine Schwefelsäure durch die Einsatzkräfte feststellbar gewesen sei. Die Messungen seien negativ ausgefallen. Es könne sein, dass sich der Stoff verflüchtigt habe oder durch das Löschwasser verdünnt.

Die Einsatzleitung hatte der Schiltacher Feuerwehrkommandant Markus Fehrenbacher. Seitens des Roten Kreuzes war Thomas Reindl als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst eingesetzt.

Der Schwarzwälder Bote berichtet

Gleich mehrere Feuerwehren aus dem Landkreis sind zu einem Brand im Hansgrohe-Werk West in Schiltach ausgerückt.

Gegen 14.15 Uhr löste eine Brandmeldeanlage in der Galvanik von Hansgrohe aus. Das Feuer konnten die Mitarbeiter vor Eintreffen der Schiltacher Feuerwehr selbst löschen, informierte Sven Haberer, Kreispressesprecher der Feuerwehr, nach dem Einsatz. Die Feuerwehr sei dann eigentlich nur noch zum Belüften des Gebäudes angerückt – habe dann aber festgestellt, »dass undefinierbare Flüssigkeit ausgelaufen ist«.

Gefahrstoffe lassen sich zunächst nicht ausschließen

Weil sich die Flüssigkeit nicht weiter bestimmen ließ und nicht ausgeschlossen habe werden können, dass es sich dabei möglicherweise um Gefahrenstoff handle, sei der Gefahrgutzug des Landkreises Rottweil alarmiert worden. Es tönte viel Martinshorn durchs Städtle, als die Fahrzeuge aus Schramberg, Sulgen und Rottweil ebenfalls zum Einsatzort eilten. Gut 70 Kräfte der Feuerwehr waren mit 23 Fahrzeugen im Einsatz. Dazu kamen Beamte des Polizeireviers Schramberg und vier Fahrzeuge des Roten Kreuzes, darunter zwei Rettungswagen und ein Notarzt.

 

Sie kümmerten sich um sieben Hansgrohe-Mitarbeiter, die Rauchgas eingeatmet hatten und deshalb vor Ort versorgt wurden. Zwei von ihnen kamen für weitere Untersuchungen vorsorglich ins Krankenhaus. Die gute Nachricht: »Alle sind wohlauf«, teilt Hansgrohe-Pressesprecher Jörg Hass am frühen Abend mit.

»Zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung«

Und auch sonst gab es Entwarnung: Kräfte des Gefahrgutzugs, die unter Vollschutz – also mit Atemschutz und in Anzügen, durch die keinerlei Stoffe dringen können – in den betroffenen Gebäudeteil gingen, stellten fest, dass sich der Großteil der Flüssigkeit verflüchtigt hatte, so Haberer. Es sei nichts mehr messbar gewesen. Zudem »bestand zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung«, stellte er klar.

Daraufhin sei der Einsatz unter der Leitung von Schiltachs Kommandant Markus Fehrenbacher für beendet erklärt worden. Er wurde unterstützt von Kreisbrandmeister Nicos Laetsch und dessen Stellvertreter Werner Storz.

Gebäude evakuiert

Die Belegschaft des gesamten Werks war zunächst evakuiert und das Gebäude damit geräumt worden. Die Mitarbeiter fanden sich an den Sammelstellen, etwa auf dem Parkplatz auf der anderen Seite der Bahngleise, ein. »Alle Brandschutzmaßnahmen wie die Abschottung der angrenzenden Produktionsbereiche funktionierten einwandfrei«, informierte auch Hass. Gegen 16.30 Uhr konnten die Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
Auch Schiltachs Bürgermeister Thomas Haas machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Nachdem es Entwarnung gab, radelte er erleichtert davon.