Seminar zur Brandbekämpfung von Wald- und Flächenbränden

Trockenere Sommer und weniger Niederschläge machen der Vegetation zu schaffen. Erträge gehen zurück. Das Wachstum ist gestört. Quellen versiegen und Bächle vertrocknen. Wälder trocknen aus und geben Schädlingen neues Quartier. Die längeren Dürreperioden führen aber auch dazu, dass die Feuerwehren vor neue Herausforderungen gestellt werden - erhöhte Wald- und Flächenbrandgefahren entstehen.

Text: Frieder Götz / Klaus Becker

Deshalb hatte Hausachs Feuerwehr die Nachbarwehren zu einem Tagesseminar zu diesem Thema eingeladen. Schließlich waren 45 Feuerwehrmänner und -frauen aus den Städten Hausach, Haslach, Wolfach und Schiltach zu dieser Fortbildung angereist. Fünf Ausbilder der Organisation @fire, die sich mit derartigen Bränden beschäftigt, waren als Trainer vor Ort und vermittelten den Teilnehmern viel Wissenswertes zur Vegetationsbrandbekämpfung.

Offensiver und Defensiver Angriff

Dabei lernten den Teilnehmer die verschiedenen Arten von Boden-/Grundfeuer, Vollfeuer, Vegetationsbrand und Untergrundfeuer anhand von unterschiedlichen Kriterien kennen und konnten sie in vier Klassen einordnen. Neben der wichtigen Erkundung wurde darauf hingewiesen, dass nicht unbedingt der „brennende Traktor“, sondern eventuell die Vegetation im Umfeld das Hauptproblem darstellt. Hier können sich neben dem Hauptfeuer mit der Front und den Flanken auch sogenannte Spots abseits des Hauptbrandes z.B. durch Funkenflug entstehen. Die Feuerwehrmitglieder hörten einiges über den direkten, offensiven und den indirekten, defensiven Angriff und bei welchen Flammenlängen (nicht Flammenhöhe) mit welchen Einsatzmitteln idealerweise vorzugehen ist.

Den Einsatzleitern hilft die sogenante „LACES“-Regel (Lookout, Anchorpoint, Communication, Escape, Safety Zone) dabei, einen für Mensch und Gerätschaft möglichst sicheren Einsatz abzuarbeiten.

LACES-Regel

Nach einer Mittagspause mit angeregten Gesprächen über das Gelernte ging es ohne Umschweife in den Praxisteil der Ausbildung. Eingeteilt in Lerngruppen konnten die Wehrangehörigen in drei Stationen das Gehörte gleich in die Praxis umsetzen. Ein speziell dafür ausgesuchtes Feldstück war mit Strohballen präpariert worden. Bei der ersten Station wurde das Vorgehen mit D-Schläuchen und sogenannten „Waldbrandrucksäcken“ demonstriert, das Schlauchmanagement vermittelt, die Lage von Verteilern aufgezeigt, und darauf hingewiesen, dass die Löschfahrzeuge möglichst mobil gehalten werden müssen. Die zweite Station war gekennzeichnet von praktischem Handwerkzeug.

Das Ziehen einer „Line“ (Graben) mit Gorgui und Hacken, um ein Überspringen des Feuers zu verhindern, das Ablöschen eines Brandes mit Feuerpatschen und Wasserrucksäcken, sowie das Trennen von Brandgut in verbrannt und unverbrannt wurde praktisch geübt.

Pump and Roll

Bei der dritten Station wurde mit Löschfahrzeugen das „pump and roll“-Prinzip angewandt. Das ist ein Verfahren, bei dem das Feuerwehrfahrzeug während des Brandlöschens bewegt wird. Hierbei wurden die verschiedenen Aufgaben der Einsatzkräfte verdeutlicht. In der gemeinsamen Abschlussübung mit einem etwas größerem Feuer konnte das Erlernte nochmals vertieft werden. Schon bei diesem örtlich begrenzten Feuer konnten die Einflüsse, wie Wind und Hitze, in beeindruckender Weise von den Übungsteilnehmern erlebt werden.

Nach einer kurzen Feedbackrunde vor dem Hausacher Feuerwehrgerätehaus und Dankesworten machten sich die Einsatzkräfte mit viel neuem Wissen auf in die Heimatstädte. Hier soll das Gelernte den weiteren Einsatzkräften vermittelt werden.

Bilder: Klaus Becker / im Text genannte Feuerwehren