Gegen 19 Uhr dann piepsten die Funkmeldeempfänger der Feuerwehr Schiltach. Vom Tunnel aus war probehalber ein Alarm ausgelöst worden, der von der integrierten Rettungsleitstelle Rottweil weiter zu den Rettungskräften in Schiltach weitergeben worden war.
Das erste Einsatzfahrzeug fuhr die Tunnelwarte an. Von dort konnte dann per Kamera in die Tunnelröhre geschaut werden. Der Einsatzleiter stellte den Unfall fest und dirigierte die nachfolgenden Fahrzeuge an die richtige Stelle. Da keine direkte Brandausbreitung erkennbar war, konnten alle Einsatzfahrzeuge in den Tunnel einfahren.
An der Unfallstelle angekommen wurde die Alarmmeldung konkretisiert: "3 Pkw und 1 Langholzfahrzeug verunfallt. Mehrere Personen eingeklemmt." Unverzüglich wurden weitere Rettungskräfte nachgefordert: die Feuerwehren aus Wolfach und Schramberg mit Geräten zur Rettung und mehrere Helfer vom Deutschen Roten Kreuz mit Rettungswagen. Unterstützt wurden sie dabei von der sogenannten Führungsgruppe im Kinzigtal, die an der Tunnelwarte ihre "Zelte" aufgeschlagen hatte. Auch Notfallseelsorger wurden zur Einsatzstelle gerufen.
19 Minuten nach der Alarmierung wurde der Einsatzleitung gemeldet, dass die erste Person befreit sei und dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben sei. Zwischenzeitlich wurde am Westportal des Kirchbergtunnel ein Verletztensammelplatz eingerichtet. Die Einsatzleitung forderte drei Rettungshubschrauber und fünf Notärzte an, aufgrund der Übung passiert das nur auf dem Papier.
Nach einer knappen Stunde wurde die letzte Person aus seinem Wrack befreit. Übungsende.
Nun konnte Teil 2 der Sonderübung folgen. Da der Tunnel bereits gesperrt war, wurde ein besonderer Hochleistungslüfter, der bei der Feuerwehr Herboltzheim beheimatet ist, getestet. Dazu wurde der Tunnel mit Nebelmaschinen dicht verraucht. Sichtweite: "Die Hand vor dem Gesicht." Doch bereits nach 12 Minuten hatte der 100 PS-starke Lüfter, der 210.000 Kubikmeter Luft in der Stunde wegdrückt, die Tunnelröhre auf 1400 Meter komplett rauchfrei. Der Lüfter ist stromnetzunabhängig und kann überall eingesetzt werden. Das war für die anwesenden Rettungskräfte sehr beeindruckend, wenn auch ohrenbetäubend.
Nach den Übungen trafen sich die Einsatzkräfte zum Austausch der Erfahrungen und zur Übungsnachbesprechung im Schiltacher Feuerwehrhaus. Die Übung war vom stellvertretenden Kommandant Michael Noth in Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt vorbereitet und ausgearbeitet worden. Er leitete auch die Übung. Insgesamt waren aus Schiltach 35, aus Wolfach 14 und aus Schramberg 11 Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatz. Die DRK-Ortsgruppen aus Schiltach/Schenkenzell und Hornberg unter der Leitung von Zugführer Markus Müller mit 16 Helfern, die Führungsgruppe des Kinzigtals mit 6 Kräften unter der Leitung von Christian Keller und aus Herboltzheim vier weitere Männer unterstützten das Geschehen. Kommandant Harry Hoffmann, Revierleiter Erich Moosmann vom Polizeirevier Schramberg, sowie vom Straßenbauamt die Herren Günzer, Villing und Rapp waren aufmerksame Beobachter des Geschehens. Resümee des Abends: Die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos. Die Grenzen der Technik, wie z.B. das Funken im Tunnel, wurde wieder deutlich.